Der zentrale Platz in Piran formte sich Ende des 13. Jahrhunderts, die gegenwärtige Form und Gestalt nahm er jedoch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an. Mit dem Verschütten des alten Stadthafens schaffte man eine große Plattform, um welche man dann alle bedeutenden Einrichtungen und Bürgerschaftsgebäude baute, von denen nur das alte gotische Haus namens „Venezianerin“ seine ursprüngliche Form beibehielt. Den Platz benannte man nach dem berühmten Landsmann aus Piran, den Geiger und Komponisten Giuseppe Tartini, der den nahmen seiner Geburtsstadt quer durch Europa verbreitete. Dort, wo sich jetzt der Tartini-Platz ausdehnt, war einst der Stadthafen für die Fischerboote, der damals außerhalb der Stadtmauer war. Die älteste, teilweise erhaltene Stadtmauer verlief nämlich hinter dem heutigen Gemeindepalast. Das einzige alleinstehende Gebäude außerhalb der Stadtmauer war die Kirche des Heiligen Petrus, die 1818 vom Architekten Pietro Nobile erneuert wurde. Den Gemeindepalast aus der Zeit der Neurenaissance plante und baute der Triester Architekt Giovanni Righetti zwischen den Jahren 1877 und 1879. Giuseppe Moso und Enrico Nordio leiteten in den Jahren von 1885 bis 1891 den Bau des neuen Gerichtspalastes am westlichen Rand des Platzes. Wegen des Gestanks, des Schmutzes und anderen gesundheitlich hygienischen Gründen verschüttete man im Jahre 1894 den Stadthafen und gestaltete vor dem Gemeinde- und Gerichtspalast einen großen Platz. Beim Errichten der elektrischen Eisenbahn, die die Stadt in den Jahren 1909 – 1953 mit den Küstenstädten Portorož und Lucija verband, führte man die Schienen und den Wendeplatz für die Straßenfahrzeuge elliptisch um den Platz. Das Motiv dieser Verkehrsordnung spiegelt sich auch im Aufbau der heutigen elliptisch geformten Plattform aus weißem Stein wieder, die vom Architekten Boris Podrecca zum 300. Geburtsjubiläum Tartinis projektiert wurde.
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